Kosten

Rechtsanwaltsgebühren

Die Rechtsanwaltsgebühren richten sich nach dem "Rechtsanwaltsvergütungsgesetz" (RVG).

Das RVG bestimmt, dass sich die Höhe der Gebühren für die Vertretung in Gerichtsverfahren vor dem Amts-, Land- oder dem Arbeitsgericht nach dem Gegenstandswert der Sache richtet, auch Streitwert genannt. Wird eine Forderung eingeklagt, so sind Höhe der Forderung und Streitwert identisch. Steht der Streitwert fest, so kann die Höhe einer Gebühr aus einer Gebührentabelle abgelesen werden. Wie viele Gebühren entstehen und ob eine Gebühr in voller Höhe oder nur in Höhe eines Bruchteils entsteht, bestimmt die Gebührenordnung danach, welche Art von Tätigkeit der Rechtsanwalt vorgenommen hat.

Außergerichtliche Tätigkeit

Für die außergerichtliche Tätigkeit, wird die Gegenseite vor Klageerhebung gemahnt, entsteht eine Geschäftsgebühr, deren Höhe der Rechtsanwalt in einem Rahmen von 0,5 bis 2,5 nach billigem Ermessen bestimmen darf. Im Allgemeinen beträgt die Mittelgebühr 1,3. Hinzu kommen Mehrwertsteuer und weitere Auslagen.

Gerichtliche Tätigkeit

Für die Prozessvertretung in erster Instanz entsteht mindestens eine Verfahrensgebühr in Höhe des 1,3fachen der vollen Gebühr. Darüber hinaus können natürlich weitere Gebühren je nach Tätigkeitsumfang entstehen. Hinzu kommen Mehrwertsteuer und weitere Auslagen.

Es gibt eine Vielzahl von Sonderfällen, die recht kompliziert sind. Ich werde Sie selbstverständlich im Erstgespräch über die voraussichtlich anfallenden Gebühren informieren. Dies kann allerdings nur eine Prognose der anfallenden Kosten sein, da sich die tatsächlichen Gebühren im Verfahrensverlauf durchaus ändern können. Selbstverständlich steht es Anwalt und Mandant frei, einen Honorarvertrag abzuschließen.

Beratungshilfe / Prozeßkostenhilfe

Ist der Mandant bedürftig, so hat er einen Anspruch auf die Tätigkeit des Rechtsanwaltes auf der Basis Beratungshilfe (für die Erstberatung bzw. außergerichtliche Tätigkeit) oder Prozesskostenhilfe (gerichtliche Tätigkeit).
Der Beratungshilfeschein ermöglicht es Bedürftigen außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens anwaltlich beraten und vertreten zu werden. Der Berechtigungsschein wird von einem Rechtspfleger der Rechtsantragsstelle des zuständigen Amtsgerichtes ausgestellt. Er bestätigt dem Anwalt, dass der Rechtssuchende aus der Staatskasse Beratungshilfe erhalten wird. Der Eigenanteil des Rechtssuchenden beträgt 15,00 €. Der Anwalt erhält von der Staatskasse für die Beratung 35,00 € zzgl. MWSt., für eine außergerichtliche Vertretung 85,00 € zzgl. Auslagen und MWSt. Diese Beträge sind - egal wie lange die Sache dauert - einmalige Zahlungen.

Der hierfür bereits von der Rechtsantragsstelle vorher ausgestellte Berechtigungsschein und die 15,00 € Eigenanteil müssen zum Beratungstermin mitgebracht werden.

Nur so ist gesichert, dass Sie auch tatsächlich Beratungshilfe erhalten. Im Nachhinein beantragte Beratungshilfe ist nur noch aufwendig, sondern nach unseren Erfahrungen stellen sich dann plötzlich eine Vielzahl von Rückfragen, Bedenken und Einwendungen des Rechtspflegers ein. Wird dann keine Beratungshilfe bewilligt, so müssen Sie die vollen Gebühren zahlen, die zumeist ein Vielfaches ausmachen und ausmachen müssen, damit der Anwalt wirtschaftlich arbeiten kann.
Die Prozesskostenhilfe setzt voraus, dass der Mandant über keinerlei Vermögenswerte (im In- und Ausland) und zu geringe Einkünfte verfügt. Des Weiteren muß eine Erfolgsaussicht für sein Begehr gegeben sein. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Formular zur Prozesskostenhilfe.
Ich weise darauf hin, dass die Prozesskostenhilfe nur gewährt wird für die eigenen Rechtsanwaltskosten und die anfallenden Gerichtskosten. Die gegnerischen Rechtsanwaltskosten sind davon nicht umfasst.